Heute mal zwei kleine DVDs, die wir euch ans geneigte Herz legen wollen. Zunächst einmal zum etwas heitereren (was für ein Wort!) Teil: “Loki und Smoki”, alias Wilfried Schmickler und Uwe Lyko, kennt jeder aus den “Mitternachtsspitzen”. Nun sind die Highlights auf, na, was wohl, auf DVD erschienen. Loki und Smoki kann man sich ab jetzt also nach Hause holen und dazu Kette rauchen oder auch bei der ganzen Qualmerei mit dem Rauchen aufhören. Das sei jedem selbst überlassen… Nur aufpassen, dass das Weltgeschehen dabei nicht in Rauch aufsteigt!
Die zweite DVD ist etwas spezieller und wohl auch wichtiger, denn “Das Bankentribunal” von attac, bei dem wir auch zu Gange waren und über das wir euch an dieser Stelle bereits berichtet haben, gibt es nun ebenfalls auf, na, was wohl, auf DVD (hier zu kaufen…). Jemand musste ja den Verursachern der Finanzkrise den Prozess machen und wenn dies die Verantwortlichen schon nicht selbst tun, machen wir das eben. Im Bonusmaterial findet sich übrigens das Beste aus dem Auftritt von Urban Priol und Georg Schramm, der Höhepunkt des ersten Abends.
Wir alle fragen uns natürlich, wie es mit “Neues aus der Anstalt” weitergehen soll. In einem Interview mit der “Main Post” betont Urban Priol noch einmal, dass er die Sendung nur mit einem Partner an seiner Seite weiterführen wird um die “wahnsinnigen Spiel- und Gestaltungsmöglichkeiten” beizubehalten. Hoffen wir das Beste!
Ein Stückchen interessanter ist jedoch die Frage: Wie lange hält die schwarz-gelbe Koalition noch? Priol rechnet stündlich mit ihrem Aus, was wahrscheinlich nur von der Fußball-WM kaschiert werden kann. Ein lesenswertes Interview, auch für alle “Fans” von Horst Köhler und Guido Westerwelle…
Noch immer sitzt uns dieser kleine Schock von letzter Woche in den Knochen und bei dem Gedanken, dass am 8. Juni die letzte Folge von “Neues aus der Anstalt” ausgestrahlt werden könnte, wird uns Angst und Bange. Einer von uns hat sogar beschlossen, wenn dies der Fall ist, dann sieht er keinen Sinn mehr darin seinen Fernseher zu behalten…
Und somit steht auch weiterhin die Frage im Raum: Wie geht es weiter mit der Anstalt und ihren Insassen? Und wie könnte sie ohne Georg Schramm aussehen? Mit Schaudern denken wir da an das Schicksal des Scheibenwischers…
Diesbezüglich müssen wir uns wohl keine Sorgen machen, denn in einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung” versprach Urban Priol jetzt, dass, wenn die Anstalt weitergeht, sie auf dem selben Niveau bleiben müsse wie bisher, also “durchgeknallt, politisch, respektlos”. Puh! Man werde nun in der Sommerpause nach einem Nachfolger für Georg Schramm suchen, der aber zum Glück keine bloße Kopie sein soll. Ist dies nicht möglich, wird das wohl das Aus für die Anstalt bedeuten. Priol betont allerdings, dass er dann gerne eine neue Solo-Sendung beim ZDF übernehmen würde. Drücken wir also die Daumen! Was machen wir denn ohne unseren monatlichen Besuch beim Psychiater?
Wer hätte jemals gedacht, dass eine Entscheidung für die Kunst das Ende der Anstalt bedeuten würde? Wohl jeder hat hier mit einem großen Paukenschlag gerechnet. Trotz allem müssen wir vor dieser Entscheidung des Hut ziehen! Ein Grund mehr sich wieder verstärkt den Bühnen dieser Welt zuzuwenden…
Im folgenden Video ist aus gegebenem Anlass vor allem der Teil nach Jürgen Becker interessant :
In diesen Tagen wurden von den Medien ja mal wieder einige Äußerungen von Kabarettisten künstlich aufgebauscht, frei nach dem Motto “Skandale, die die Welt nicht braucht”. Obwohl eigentlich haben wir ja viiieel zu wenige Skandale, wenn man bedenkt, dass es bereits für einen Skandal reicht, wenn irgendein kleines Promi-Sternchen auf ein öffentliches Klo geht, man sie beim Einkaufen in einem Billig-Laden “erwischt” hat oder sie sagt, dass sie Zähneputzen nicht mag…
“Skandal” Nummer eins drehte sich um Urban Priol und eine seiner Äußerungen in der letzten Folge von “Neues aus der Anstalt”. Er machte sich zurecht über die gespielte Betroffenheit über den Tod von Polens Staatspräsident Lech Kaczynski lustig, was dann natürlich gleich gaaanz Polen verärgerte, sich der ZDF-Programmdirektor im polnischen Fernsehen entschuldigen musste, große Spannungen zwischen den zwei Ländern entstanden und fast ein 25. Weltkrieg ausgebrochen wäre…
Ähnlich erging es auch Josef Hader, der den Fernseh- und Filmpreis “Romy” erhalten sollte, dies aber aus verständlichen Gründen ablehnte und nicht erschien. Soweit so gut, hätte nicht eine findige Reporterin seinen Kollegen Wolfgang Murnberger, natürlich ganz vertraulich, so lange bequatscht, dass dieser dann total genervt sagte, Josef Hader meine die Veranstalter könnten ihn am Arsch lecken. Dieses kleine, im Ärger gesagte “Zitat” macht dann in den österreichischen Medien die Runde und sorgte natürlich für was? Klar, einen Skandal… Ein schöner Beweis dafür wie Journalismus heute funktioniert… Den genauen Hergang kann man in einer kleinen Stellungnahme von Herrn Hader selbst auf seiner Homepage lesen… Faszinierend!
Hauptsache die Herren und Frauen, die sich Journalisten schimpfen, können sich in ruhmsüchtige Orgasmen schreiben. Dann wären wenigstens die befriedigt, während die Masse nach mehr giert. Tut sie das überhaupt?
Dieses Wochenende stand für uns ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit der Finanzkrise. Attac hatte, wie bereits berichtet, zum Bankentribunal geladen und damit all jene direkt an den Pranger gestellt, die in Deutschland für die Krise verantwortlich waren und sind. Eine absolut wichtige Veranstaltung, denn allein schon das Stattfinden macht darauf aufmerksam, dass all jene für ihre Verbrechen nicht belangt werden, ja, sogar dafür noch hofiert werden.
Natürlich ist solches auch immer Wind für den rauschenden Blätterwald. Die Medien stürzen sich darauf und versuchen all das natürlich wieder zu schmälern. Der Stern sagt, Attac wäre feige geworden, die Süddeutsche bezeichnet die Veranstaltung linientreu als altlinkes Gerede usw. und sofort.
Ja, das Urteil hätte schärfer ausfallen können, ja, man hätte noch drastischer vorgehen müssen, grundsätzlich zählt aber der Gedanke dahinter: Nämlich, dass alles so weiter geht wie bisher, dass wir uns mit gesetzten Segeln auf die nächste Krise zubewegen, dass die Verantwortlichen noch immer an der Macht sind etc.
Faszinierend ist für mich allerdings stets zu sehen, wie sich die Gegenbewegungen gruppieren und so nie eine große Massenbewegung auslösen werden. Die Atomgegner von Campact protestierten am Samstag mit einer Menschenkette nur einen Kilometer weiter. Warum tut man sich nicht für beide Veranstaltungen zusammen? Warum wurde das Bankentribunal im Innern abgehalten und nicht wenigstens in Stücken in der Öffentlichkeit abgehalten. Am Ende haben alle Bewegungen einen gemeinsamen “Feind”, einen gemeinsamen Ursprung für alle Probleme. Warum lässt man also nicht mal das ewige Reden, das Debattieren etc. sein und schließt sich unter einem ganz einfachen Gesichtspunkt zusammen, nämlich, dass dieses System und diese Regierung so nicht mehr funktionieren? Punkt. (Dazu wollen wir euch in Zukunft auf unserer noch im Aufbau befindlichen Community die-revoluzzer.de ein Forum bieten, damit sich der Widerstand besser organisieren kann ).
Und am Ende muss ich natürlich noch etwas zum Kabarett von Georg Schramm und Urban Priol am Eröffnungsabend des Bankentribunals sagen: Immer wieder faszinierend zu sehen, dass das Kabarett die Leute am meisten berührt, aufstachelt und mitnimmt. Das einzige Mal an diesem Abend, dass wirklich eine kleine Revolutionsstimmung in der Luft lag. Die Beiträge vorher waren gut, keine Frage, aber erst der Auftritt der beiden, brachte die Leute zum Kochen und zum Nachdenken… Kabarett ist manchmal gar nicht so sinnlos, wie viele das wahrnehmen, allen voran die Kabarettisten selbst…
Und weil wir gerade dabei sind: Morgen Abend um 22:15 Uhr im ZDF “Neues aus der Anstalt” nicht vergessen!