Posted by Nina - 07/06/10 - 0 comments
In diesen Tagen wurden von den Medien ja mal wieder einige Äußerungen von Kabarettisten künstlich aufgebauscht, frei nach dem Motto “Skandale, die die Welt nicht braucht”. Obwohl eigentlich haben wir ja viiieel zu wenige Skandale, wenn man bedenkt, dass es bereits für einen Skandal reicht, wenn irgendein kleines Promi-Sternchen auf ein öffentliches Klo geht, man sie beim Einkaufen in einem Billig-Laden “erwischt” hat oder sie sagt, dass sie Zähneputzen nicht mag…
“Skandal” Nummer eins drehte sich um Urban Priol und eine seiner Äußerungen in der letzten Folge von “Neues aus der Anstalt”. Er machte sich zurecht über die gespielte Betroffenheit über den Tod von Polens Staatspräsident Lech Kaczynski lustig, was dann natürlich gleich gaaanz Polen verärgerte, sich der ZDF-Programmdirektor im polnischen Fernsehen entschuldigen musste, große Spannungen zwischen den zwei Ländern entstanden und fast ein 25. Weltkrieg ausgebrochen wäre…
Ähnlich erging es auch Josef Hader, der den Fernseh- und Filmpreis “Romy” erhalten sollte, dies aber aus verständlichen Gründen ablehnte und nicht erschien. Soweit so gut, hätte nicht eine findige Reporterin seinen Kollegen Wolfgang Murnberger, natürlich ganz vertraulich, so lange bequatscht, dass dieser dann total genervt sagte, Josef Hader meine die Veranstalter könnten ihn am Arsch lecken. Dieses kleine, im Ärger gesagte “Zitat” macht dann in den österreichischen Medien die Runde und sorgte natürlich für was? Klar, einen Skandal… Ein schöner Beweis dafür wie Journalismus heute funktioniert… Den genauen Hergang kann man in einer kleinen Stellungnahme von Herrn Hader selbst auf seiner Homepage lesen… Faszinierend!
Hauptsache die Herren und Frauen, die sich Journalisten schimpfen, können sich in ruhmsüchtige Orgasmen schreiben. Dann wären wenigstens die befriedigt, während die Masse nach mehr giert. Tut sie das überhaupt?
Tags: Josef Hader, Urban Priol
Posted by Nina - 30/04/10 - 0 comments
An diesem Wochenende kamen wir mal wieder in den Genuss von Josef Hader und seinem Programm “Hader muss weg”. Allgemein fällt es mir sehr schwer zu Programmen etwas sagen zu müssen, denn es wird so viel geschrieben und so viel interpretiert, dass meist der wahre Kern verloren geht. Wer also auf der Suche nach einer Rezension ist, sollte sich an eine der etlichen Zeitungen, Interviews und Kritiken halten…
Was soll man da noch groß sagen? Hader und sein Programm sind ohne Frage Kunst und zwar im reinsten Sinne. Und schon höre ich sie wieder rufen, die Schubladen-Stecker, die Stempel-Aufdrücker, die Welt-Kategorisierer. “Ist das denn noch Kabarett?”, sagt eine sonore Stimme. “Ist das nicht vielmehr Theater?”, antwortet eine kreischende Stimme zurück. “Oder erkennt man darin gar Elemente von Comedy? Hat er nicht an einer Stelle das Intellektuelle verlassen und sich auf einen seichten Pfad begeben?”, tiriliert es besserwisserisch aus beiden Kehlen zugleich.
Schon faszinierend wie so ein Kabarett-Publikum gestrickt ist. Sie wollen einen schönen Abend haben (ja, das will jeder auch zurecht) und sehen einem Künstler zu wie er meist fast drei Stunden sich in Worte einhüllt, seine Seele aus dem Leib spielt und versucht den Menschen irgendwie auf seine Hofnarren-Art etwas zu zeigen, einen Spiegel vorzuhalten. Kunst also im reinsten Sinne… Und was machen die meisten? Diskutieren über Schubladen, kotzen die selben Phrasen aus, die am nächsten Tag die Journalisten in ihren Rezensionen zu Wortblasen aufplustern werden. Viele machen also genau das, was da auf der Bühne kritisiert wurde. Ach ja, und Hader darf zum zwei Millionsten mal im Interview die Frage über Österreich, Deutschland und beider Humor beantworten…
Okay, so war das vielleicht schon immer. Nicht umsonst greift der Klischee-Künstler auf dem Höhepunkt seiner Karriere zum erlösenden Kopfschuss…
Naja, uns haben Hader und Co. auf jeden Fall entflammt und wir konnten uns endlich mal wieder in diesen Tagen dem widmen, was man Kreativität nennt. Vielleicht findet ihr dafür ja auch eine passende Schublade… Und so sagen wir Danke an Hader und seine Kollegen, dass sie trotz ihres Publikums, den Journalisten und der sogenannten Kabarett-Szene weitermachen und immer neue Ideen aufbringen!
Tags: Josef Hader
Posted by Nina - 06/04/10 - 0 comments

Josef Hader "Hader muss weg" © Lukas Beck
Josef Hader ist wohl einer der bekanntesten österreichischen Kabarettisten überhaupt, manche behaupten sogar, er sein der erfolgreichste… Hader wurde am 14. Februar 1962 in Waldhausen im Strudengau in Oberösterreich geboren und wuchs in Nöchling in Niederösterreich auf. Er betont immer wieder, dass sein Verhältnis zur Religion auch heute noch von seiner Schulzeit in einem katholischen Stiftsgymnasium geprägt ist.
Das Ganze ähnelt laut Hader einer Hassliebe. Er würde auch nie aus der katholischen Kirche austreten, da er dort einst die ersten wirklichen “Linken” kennengelernt habe. Seinen Zivildienst leistete er beim Roten Kreuz. Danach begann er ein Lehramtsstudium für Deutsch und Geschichte.
Bereits 1982 schreibt er sein erstes Kabarett-Programm “Fort Geschritten”. Es folgen logischerweise weitere. Nach dem Besuch mehrerer Schulklassen im Kabarett bricht er 1985 sein Lehramtsstudium ab.
Josef Hader schafft es immer wieder das klassische Kabarett auszuhebeln und es zu einer neuen Form zu verhelfen. Er war einer der ersten, der Formen wie den Monolog drastischer auf der Bühne benutzte und so, auch heute noch, dem Publikum die Rolle des passiven Zuschauers nahm bzw. nimmt. In den letzten Jahren wurde die Grenze zwischen Kabarett und Theater auch immer fließender.
Sein Programm “Privat” aus dem Jahr 1994 wird das erfolgreichste österreichische Kabarett-Programm in Deutschland. Und auch als Schauspieler und Autor macht Hader im Gegensatz zu vieler seiner Kollegen weit über die Grenzen Österreichs hinaus von sich reden. In den Verfilmungen der Brenner-Krimis von Wolf Haas spielt er die Hauptrolle und schreibt auch am Drehbuch mit.
Im letzten Jahr erhält er den Deutschen Fernsehpreis für seine Rolle in dem Film “Ein halbes Leben”. Ach ja, und seine Theaterstücke “Indien” und “Husten” sollte man natürlich auch nicht vergessen…
Man könnte hier noch etliche weitere Dinge aus dem Schaffen von Josef Hader aufzählen, doch irgendwann muss auch mal Schluss sein.
Fakt ist, Hader ist Kunst und wir freuen uns schon ihn am 1. April in Berlin mit seinem Programm “Hader muss weg” sehen zu dürfen. Dann natürlich mehr… Aktuelle Infos, Termine und Co. gibts natürlich auch auf Haders Homepage…
Tags: Josef Hader
Posted by Nina - 05/03/10 - 0 comments

