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Archive for März, 2010
Bereits im letzten Jahre startet die Deutsche Botschaft in Lissabon eine doch recht ungewöhnliche Reihe, die sich nun langsam zur festen Institution zu mausern scheint: die Lissabonner Kabarettabende. Hierbei werden die namhaftesten deutschen Kabarettisten dazu eingeladen ihr Programm in Portugal zu präsentieren. Auch für die Kabarettisten gar nicht mal so schlecht…
Im letzten Jahr starteten Andreas Rebers und Dieter Nuhr und auch für dieses Jahr stehen die beiden “Vertreter Deutschlands”
bereits fest: Am 28. Mai präsentiert Bruno Jonas am “3. Lissabonner Kabarettabend” sein aktuelles Programm “Bis hierher und weiter” in Lissabon und am 30. Mai an der Algarve. Den “4. Lissabonner Kabarettabend” bestreitet Urban Priol mit seinem Programm “Wie im Film” am 3. September in Lissabon und am 5. September ebenfalls an der Algarve.
Die Kabarettabende in Lissabon sind eine gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Schule Lissabon, des Goethe-Instituts Lissabon und der Deutschen Botschaft. Wer in dieser Zeit also, aus welchem Grund auch immer, in Portugal verweilen sollte, sollte sich dies nicht entgehen lassen!
Continue Reading »Jaja, da ist die Anzahl an Verbrechen in Deutschland also gestiegen und schon stürzen sich die Medien wieder zähnefletschend auf diese Schlagzeile. Vor allem die Linken, ja, die bösen Linken, haben sich radikalisiert! Mir schlottern die Knie! Wenn da so ein böser steinewerfender Linker mit bunten Haaren, Dreads etc. auf mich zukommt, dann verstecke ich mich am besten schnell hinter dem nächsten Neonazi oder noch besser hinter einem der anwesenden Politiker und Wirtschafsbosse. Ja, das sind die mit der blütenreinen Weste, die man gleich an ihrem Anstand und ihrer Integrität erkennt…
Mal überlegt, ob die politisch motivierten Taten aus einem besonderen Grund gestiegen sind?
Ach ja, und natürlich geht zum Millionsten Mal die Diskussion über härtere Strafen los. Dazu Volker Pispers:
Continue Reading »So viel mal wieder zur großen Wandlungsfähigkeit der Menschheit und natürlich der Politik…
Kurt Tucholsky schrieb diese Zeilen bereits 1920:
Rechts und links
Rechts sind Bäume, links sind Bäume,
und dazwischen Zwischenräume.
In der Mitte fließt ein Bach!
Ach!
Rechts hat man die Industriellen,
welche eine Presse wellen,
eine, die den Abonnenten
nationale fette Enten
täglich aufzubinden hat.
Und so fällt denn Blatt auf Blatt
in die Hände von Kartellen
unsrer Großindustriellen.
Und man schiebt sich dies und jenes,
weils bequem is und gemeen is.
Und die Aktie kommandiert –
die Verwaltung salutiert.
Helfferich ruft Weh und Ach …
In der Mitte fließt ein Bach.
Links hat man die neuen Helden,
die sich schon seit 18 melden,
wenns was zu vermitteln gibt.
(Dies Geschäft ist so beliebt.)
Barmat, Parvus, Sklarz Gebrüder –
Ei, man ist so brav und büder.
Die Regierung ist schockiert
und wird mächtig angeschmiert.
Manches Silber ist vernickelt,
mancher Handel ist verwickelt.
Reine Finger hab, wer kann!
Schlimmstenfalls zieh Handschuh an!
Rechts sind Schieber, links sind Schieber.
Jedes Antlitz ein Kassiber.
In der weiland großen Zeit
schob man Seins im grauen Kleid.
Sieh die Rechten, sieh die Linken –
und es will mich schier bedünken,
…
Rechts sind Bäume, links sind Bäume,
und dazwischen Zwischenräume.
In der Mitte fließt ein Bach –
Ach!
Theobald Tiger
Ulk, 27.02.1920, Nr. 9.
Spätestens seit ” Neues aus der Anstalt” ist Urban Priol allen Kabarett-Fans ein Begriff, obwohl er schon länger zum besten gehört, was das deutsche Kabarett zu bieten hat. Aktuell ist er mit seinem brandneuen Programm “Wie im Film” unterwegs, das Publikum und Kritiker gleichermaßen
überzeugt und fast nur Lob erntet. Wer es demnächst sehen will, sollte sich mit dem Kartenkauf beeilen, denn etliche Termine sind bereits ausverkauft…
Um das Programm zu beschreiben lassen wir an dieser Stelle wie immer den Künstler selbst zu Wort kommen, denn das kommt dem Ganzen meist am nächsten
. Auf Priols Homepage wird “Wie im Film” also wie folgt angekündigt:
“Man kennt das Gefühl: Du wachst auf und denkst dir – ich bin im falschen Film. Aber nicht einmal das Murmeltier grüßt dich. Deutschland im Jahr 2010: Ein Land ohne Agenda, eine Regierung ohne Kompaß. Ein Regierungsprogramm mit dem Motto: -‚Scheitern als Chance.’
Stolz verkündet die Praktikanten-Combo von Schwarz-Gelb: -„Wir fahren in der Krise auf Sicht!“
So did the ‚Titanic’. Als kleines Prinzip Hoffnung muss herhalten, dass die Eisberge, die auf Kollisionskurs liegen, dank der Klimaerwärmung bis zum Crash abgeschmolzen sind. Und die selbsternannten Weltklimaretter feiern es schon als Erfolg, dass bei ihren verbalen Ausblähungen immerhin kein Methangas freigesetzt wird. Da sehnt man sich nach großem Kino, hofft darauf, dass irgendwann Bruce Willis erscheint und mit einem Satz die Probleme löst: -„Geben Sie mir den Präsidenten!“
Man stelle sich das in seiner ganzen Erbärmlichkeit bei uns vor: Bruce Willis verlangt nach dem Präsidenten und es erscheint – Horst Köhler, der gerade bei einer Charity-Gala ein Fohlen getauft hat und ganz herzlich von seiner Frau grüßen lässt.
Der tägliche Irrsinn in unserer Banaldemokratie der herbeigetwitterten Facebook-Jünger zwischen mehrwertsteuerreduzierten Stundenhotels und westerwellschen Gockeleien – gewogen und zu seicht empfunden.
Mittendrin im tagesaktuellen Dickicht: Urban Priol. Er verknüpft Zusammenhänge, durchleuchtet das Dunkel, bringt Sprechblasen zum Platzen. Bis man verwundert den Kopf schüttelt: Wie im Film.”
Wir freuen uns schon drauf!
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