Posted by Nina - 28/11/09 - 0 comments
Morgen will Roland Koch, der auch stellvertretender Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrates ist, den Chefredakteur Nikolaus Brender absägen. Brender hatte sich mehrfach kritisch geäußert und gilt als einer der letzten unabhängigen Journalisten in dem gesamten manipulativen Medienzirkus.
Koch passt diese Tatsache natürlich nicht und so muss der Journalist wohl morgen seine Sachen packen. So weit sind wir schon gekommen: Die Medien sind nicht mehr unabhängig und sind schon lange in den Händen von Politik und Wirtschaft. (Das eine bedingt das andere.)
Sollte Roland Koch morgen wirklich bei seiner Entscheidung bleiben, verstößt er eindeutig gegen Artikel fünf des Grundgesetzes, Presse- und Rundfunkfreiheit!
Campact hat daher eine Eilaktion gestartet, die jeder unterzeichnen sollte. Eure Stimme für die Presse- und Meinungsfreiheit!
Tags: Protest
Posted by Nina - 26/11/09 - 0 comments
Irgendwie hat sich auch hier seit Ringelnatz’ Zeiten nicht viel verändert…
Chanson vom großen Publikum
Wer die Masse kennt, wird auf linksherum
Oder rechtsherum erfolgreich sein,
Wenn er Schwindel macht. Denn das Publikum
Fällt auf jeden Schwindel stets herein.
Ganz altaktuell, frech und möglichst dumm,
Breit und kitschig muss die Sache sein,
Denn das Publikum, das große Publikum
Fällt auf jeden Schwindel glatt herein.
Von dem Drum und Dran und von dem Dran und Drum
Will es gar nicht unterrichtet sein.
Denn das Publikum, das große Publikum
Fällt auf jeden Schwindel gern herein.
Applaudiert ihr jetzt mir? Und wenn ja, warum?
O ich prüfe Euch an diesem Stein!
Denn das Publikum, das große Publikum
Will durchaus, durchaus beschwindelt sein.
Tags: Joachim Ringelnatz
Posted by Nina - 24/11/09 - 0 comments
Florian Schröder parodiert Ottis Schlachthof: “zu Gast” Dieter Nuhr, Mathias Richling, Jochen Busse und Wilfried Schmickler… Schönes Wochenende!
Posted by Nina - 21/11/09 - 0 comments
Gestern Abend war ich mal wieder absolut fasziniert von Josef Haders Schauspielkunst. Der Film “Ein halbes Leben” im Rahmen des 3sat-Zuschauerpreises ist ein wirkliches Meisterstück: tolle Schauspieler, tolle Bilder, ein tolles Buch.
Daher heute, und weil er auf diesen Seiten unverständlicher Weise
noch fehlt, hier ein Video von Hader:
Tags: Josef Hader
Posted by Nina - 20/11/09 - 0 comments
Endlich erwacht die “Demonstrations-Kultur” langsam. Nach und nach schälen sie sich aus dem säuselnden Tiefschlaf der Bequemlichkeit und gehen wieder in Scharen auf die Straße. Langsam können es selbst die Medien nicht mehr herunterspielen. Sie suchen händeringend nach Gründen wie sie die Demo schlecht machen können. Von Gewalt ist dann die Rede, von den altbekannten Steinewerfern und Angriffe auf Polizisten etc. Die friedlichen Demos und Aktionen spielen in den manipulierten und manipulierenden Medien keine Rolle. Noch!
Spannend auf den aktuellen Demos ist auch zu beobachten wie die menschliche Natur sich verhält. Und so ist auch diese Art des Protest letztendlich ein Symbol für unsere kapitalistische Gesellschaft: Die Leute gehen erst auf die Straße, wenn es ihnen selbst wirklich dreckig geht (okay, das war schon immer so). Zudem marschiert jeder nur für seine Belange, die Studenten für mehr Bildungsrecht, die Ärzte gegen das Krankensystem, die Gewerkschafter für mehr Lohn etc. Nur die wenigsten gehen selbstlos auf die Barrikaden…
Nicht falsch verstehen, ich finde die Demos großartig, bin selbst gerne dabei und fordere noch mehr. Es sind nur immer wieder kleine Nuancen und Momente, bei denen mir klar wird, warum so manche Aktion fast ungehört verhallt.
Alle die oben genannten Probleme resultieren im Endeffekt doch aus einer Schieflage des Systems. Warum tun sich nicht alle zusammen und legen alles auf einmal lahm. Nur so würde die Bombe richtig einschlagen. Es geht am Ende nicht wirklich um 1,2% mehr Lohn oder, dass zu wenig Geld für die Bildung ausgegeben wird. Alle diese schwerwiegenden Probleme gründen auf einem maroden System, das längst hinfällig ist und nur noch von ein paar wenigen mit aller Gewalt aufrecht erhalten wird.
Ziehen wir also gemeinsam ganz schlicht und einfach gegen die allgemeine Ungerechtigkeit. Formulieren wir klare Forderungen, mit denen sich alle identifizieren können, vom Arbeitslosen über den Studenten bis hin zum enttäuschten Banker. Nur so bringen wir die Knoten zum Platzen, die Groschen zum fallen und alles, was sonst noch kaputt gehen kann…
Zudem müssen wir uns Gedanken über die Art und Weise mancher Demos machen. Es geht nicht darum wie man sich selbst wahrnimmt, sondern wie ich denjenigen, von dem ich etwas fordere, erreiche. Ist es heute in einer Gesellschaft, bei der sogar die Ältesten stets nach der Jugend streben, noch sinnvoll tanzend hinter einem bunt bemalten Wagen herzulaufen, bei dem aus den Bässen “Heute Abend, wenn ich in der Disco tanze” schallt. Wo sind die echten Protestsongs auf den Demos? Nichts gegen Party etc., aber wollen wir von Merkel und Co., die in ihrer Steifheit und Verstocktheit gar nicht mehr zu überbieten sind, wirklich nur als vergnügungssüchtige Masse à la Love Parade wahrgenommen werden oder haben wir ernste Forderungen zu einem ernsten Thema?
All das uns noch viel mehr ging mir bei den letzten Demos durch den Kopf. Wir müssen kreativer und aktiver sein und auch bei den Formen der Demo alte Strukturen aufbrechen, den Mächtigen wirklich etwas entgegen setzen und uns alle zusammen klar positionieren. Um das zu organisieren haben wir noch die beste Möglichkeit überhaupt, das Internet. Nutzen wir es also noch mehr aus!
Tags: Protest
Posted by Nina - 19/11/09 - 2 comments
Ach ja, und heute Abend “Neues aus der Anstalt” nicht verpassen. Dem politischen Wahnsinn versuchen um 22:15 Uhr neben Georg Schramm und Urban Priol Michael Mittermeier, Matthias Egersdörfer und Thomas Nicolai zu trotzen. Na dann, viel Spaß und viel Glück…
Tags: Neues aus der Anstalt
Posted by Nina - 17/11/09 - 0 comments
Gestern Abend war für mich ein Konzert mit dem wunderbaren Konstantin Wecker angesagt. Ich könnte mich nun hier in einer Rezension ergehen, mich auslassen über die Liedreihenfolge, die Interpreten (Wecker genial mit dem Spring String Quartett und natürlich Jo Barnikel), die Akkustik, und und und. Doch das alles ist nicht wichtig!
Es war ein Abend, an dem ich ganz bei mir selbst war, an dem man Kraft tanken konnte, an dem man auf eine wunderbare Weise Bestätigung für sein Tun und seine Weltsicht erhalten hat.
Da ist einer auf der Bühne, der keine Show abzieht, der echt ist, der sagt, was er denkt und gerade diese Menschen werden immer rarer. Einer, der unbequem ist und sein will, einer, der es nicht scheut einfach so zu sein wie er ist, einer, der hinter all dem Protest und den Ungerechtigkeiten in dieser Gesellschaft die Menschen an sich nie vergisst, ja, einer, der die Menschen als Ganzes begreift.
Trauer und Schmerz, Liebe und Leidenschaft, Kunst und Politik und all die herrlichen Dinge, alles ist erlaubt. Man ist bei sich und versucht so auch seinen Alltag zu bestreiten, was einem ja bekanntliche niemals leicht gemacht wird. Natürlich kann man über Weckers Musik und sein “Pathos” streiten, aber auch das wäre absolut unangebracht, denn dann hat man wohl nur wenig von all dem vorher gesagten verstanden. Egal, ob man es mag oder nicht, es ist ehrlich, es kommt direkt aus dem Herzen und er fühlt sich so. Und das ist im Ende das Wichtigste! Wie häufig sieht man das heute in der Kunst noch?
Ja, ihr seht es war ein gelungener Abend
und nach all den pseudo-philosophischen Lobeshymnen muss ich dann doch noch etwas über die Akkustik fallen lassen: Danke, dass wir, die nicht so gut hören konnten, uns auf die Chorplätze setzen durften…
Tags: Konstantin Wecker
Posted by Nina - 17/11/09 - 1 comment
Eine weitere Bio in unserer fröhlichen Reihe “Was machen Kabarettisten eigentlich privat? Naja, mehr oder weniger”. Heute: steht ja schon in der Überschrift…
Am 14. Mai 1961 wurde Urban Priol in Aschaffenburg geboren. 1980 besteht er erfolgreich sein Abitur und steht zwei Jahre später bereits auf der Bühne. Als künstlerischer Leiter ist er 1989 einer der Mitbegründer der Kleinkunstbühne Kochsmühle in Odernburg.
Mit seiner Frau gründet er 1998 das Hofgarten-Kabarett in Aschaffenburg, das er bis 2003 leitet.
Seine erste Fernsehshow macht Priol für 3sat. In “alles muss raus” werden jeden Sonntag zusammen mit drei Gästen die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse der vergangenen Woche “aufgearbeitet”.
Seit Januar 2007 präsentiert er zusammen mit Georg Schramm “Neues aus der Anstalt” im ZDF, wofür sie im selben Jahr auch den Deutschen Fernsehpreis erhalten.
Priols unverwechselbare Markenzeichen sind wohl seine bunten Hemden und die nach hinten und oben abstehenden Haare. Weiter so!
Hier gehts zur Website…
Tags: Urban Priol
Posted by Nina - 16/11/09 - 0 comments
Beim Stöbern in den unendlichen Weiten des Netzes bin ich gerade mal wieder beim genialen Georg Schramm gelandet. Da ist doch tatsächlich auf Youtube eine Diskussion entbrannt, ob man bei ihm lachen darf oder nicht…
Faszinierend wie sich Menschen ihre eigenen Regeln, Mechanismen, Grenzen und Schubladen schaffen und dann alle als blöd bezeichnen, die anderer Meinung sind. Wenn uns jemand die eigene Engstirnigkeit und die Verbohrtheit unserer Gesellschaft vor Augen führt, dann sind das doch die politischen Kabarettisten in diesem Land. Und dann stellen sich da im Ernst Menschen hin und diskutieren über Verhaltensformen!
Nicht husten, schön in den Frack geschält und dann sich der Kultur hingeben… Ja, Georg Schramm und Co. sprechen die Wahrheit, ja, sie machen uns auf viele Dinge aufmerksam oder unterstützen unsere Meinung. Aber eben so überspitzt, dass man manchmal nichts anderes machen kann als sich dem Galgenhumor zu ergeben bis einem eben das Lachen im Halse stecken bleibt. Wer nachdenkt ist auch hier klar im Vorteil!
Im Gegenteil das Lachen an manchen Stellen hat auch etwas aufklärerisches, denn man merkt genau wo die Leute sitzen, die Zusammenhänge nicht verstehen oder wirklich alles als einen Witz begreifen…
Wichtig ist im Endeffekt nicht wer was wann wo wie lacht, sondern wer wann was wo wie sich das Gesagte zu Herzen nimmt, überlegt und in seinem ganz persönlichen Kontext handelt und das tun wahrlich viel zu wenige beim Kabarett! Ein schönes und vergnügliches Wochenende!
Tags: Georg Schramm
Posted by Nina - 13/11/09 - 0 comments

