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Oh mein Gott, was haben die Medien hier wieder für ein großes Fressen gefunden. Frei nach der Devise: Mach eine Nazianspielung und dir ist die Aufmerksamkeit des deutschen Publikums sicher. Fällt der Starkbieranstich sonst auch so schwer ins mediale Gewicht?
Da hält Bruder Barnabas traditionell beim Politiker-Derblecken (!) seine Fastenpredigt und watscht natürlich jeden Politiker ab, wie es sich eben gehört. Die einen bemühen sich ihr Lachen zu bewahren, die anderen lachen wirklich und manch anderen bleibt Selbiges eben im Halse stecken. So hat das Tradition…
Nur auch bei dieser Tradition wird mehr und mehr die vorherrschende konservative Stimmung in unserem Land und vor allem die Zensur deutlich. Trat bereits vor zwei Jahren Django Asül zurück, ist nun eben Michael Lerchenberg dran. In Zeiten wie diesen ist nicht jede Kritik erwünscht und auch die berühmte Narrenfreiheit hat wieder einmal ihre Grenzen, vor allem, wenn sie sich die Zähne an solch einem harten Brocken wie Guido Westerwelle und seinen Parteigenossen ausbeißen muss.
Hinzu kommt natürlich dann noch das allseits beliebte Nazispiel der Deutschen. Du kannst über alles lästern und motzen, nur dieses Thema muss man mit Samthandschuhen anfassen und bekommt als mildeste Reaktion noch ein raunendes Lachen im Publikum. Hohoho…
Ich bin mir sicher, hätte Lerchenberg unseren so gar nicht geschätzten Außenminister in Verbindung mit Guantanamo, den Vernichtungslagern von Pinochet oder vielleicht sogar mit den uns täglich umgebenden KZs in Form von Massenschlachtereien und Viehtransporten gebracht, dann wäre garantiert keine Frau Knobloch zeternd aufgesprungen und auch kein Westerwelle hätte auch nur müde mit der Wimper gezuckt.
Stattdessen sehen wir uns lieber im Fernsehen eine weitere Doku zum Thema “Hitlers Kloschüsseln” an, verschließen die Augen vor dem heute vorherrschenden Faschismus, der sich gerade in konservativen Kreisen heimlich breit macht, und vergessen am liebsten den Krieg im Nahen Osten. Hauptsache wir suhlen uns ewig in den Fehlern vorheriger Generationen während wir ähnliche Fehler wieder begehen.
Lerchenbergs Kollege Helmut Schleich hat übrigens recht: “Wenn die Kabarettisten einen Arsch in der Hose haben, dann halten sie zusammen und sagen nächstes Jahr: Macht euch eure Rede alleine!”
Ach ja, hier natürlich noch Lerchenbergs Fastenpredigt, inklusive der vom Bayerischen Rundfunk zensierten Stellen:
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