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Rom bei DämmerungKaiser Westerwelle, unser Prophet! Nur er erkennt es, nur er blickt tief in die Abgründe unserer Seele und erkennt wie schlimm, wir, das Volk, wirklich sind. Während die Machthaber, die Politiker, die Wirtschaftsbosse, die Banker, Gott schütze sie, sich seit Jahren in Bescheidenheit üben, sind wir, die Bürger der Dekadenz verfallen.

Besonders die, die in der Wirtschaftskrise ihre Jobs verloren haben, maßen sich einiges an. Sie haben wohl nichts mehr zu verlieren und leben nun ein Leben wie die Kaiser im alten Rom. Sie schmausen ständig von goldenen Platten, lassen sich die Weintrauben von barbusigen Konkubinen in den Mund stecken und sonnen sich im Nichtstun ihres Daseins. Ja, niemand unter ihnen sucht sich eine neue Arbeit, mit der sie dem Gemeinwohl dienen, so wie der Stamm der Börsianer zum Beispiel, sie wollen dies auch nicht und dafür bekommen sie auch noch Geld vom Staat. Skandal! Wie verfallen unser Sozialstaat doch ist!

Und dann gibt es doch tatsächlich Leute, die arbeiten und weniger Geld bekommen. Noch ein größerer Skandal! Da muss man natürlich gleich den dekadenten Hartzus IV. gegen die Arbeitenden aufbringen und umgekehrt. Das ist wohl die einzige Möglichkeit um diesem Spuk ein Ende zu setzen…

Nein, die Löhne und die Arbeitsbedingungen zu verbessern, bringt überhaupt nichts, denn das wäre ja schon fast wieder Sozialismus! Und davon sind wir im alten äh neuen Rom natürlich weit entfernt.

Huldigt also unseren Kaisern! Gepriesen seist du Kaiserin Merkel, die du gottgleich ein Problem nach dem nächsten abwinkst. Heil dir, Kaiser Westerwelle, der du die Wahrheiten über uns erkennst. Wir verneigen uns vor Kaiser Schäuble, der stets um unsere Sicherheit bemüht ist. Wir lieben unsere Übermutter von der Leyen, die mit ihrer mütterlichen Gutgläubigkeit stets um unser Wohl bedacht ist. Unwürdig sind wir in Angesicht Kaiser Guttenbergs, der wie Mars einst unsere Krieger beschützt. Gepriesen seien auch die Banker, Medienmacher und Wirtschaftsweisen, die uns schon bald in den lang ersehnten Absolutismus führen werden. Wir sind unwürdig! Das Imperium Germanum lebe auf ewig!

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3 Responses to Spätrömische Dekadenz – Der alte Kaiser steht im Garten

  1. Aniger on 19. Februar 2010 at 15:10

    Hallo Nina,
    ein toller Artikel. Es lebe die Satire! Leider kommt sie der Realität allzu nah.

  2. Christoph on 22. Februar 2010 at 11:37

    Hart aber fair. Recht hast du, Nina !

  3. Hannelore on 28. Februar 2010 at 17:17

    Die Politik allein ist machtlos solange die Gier der Bosse
    in den Banken und Konzernen nicht gestoppt ist.
    Der Mensch muss wieder wichtiger werden als alle Zahlen
    der Börsen.

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