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Foto: PR

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Matthias Egersdörfer liebt es mit seinem Humor an den Grenzen des bürgerlichen Bildes zu kratzen. Cholerische Anfälle gehören dabei zum Standard-Repertoire, wohl nicht zuletzt, da auf diese Weise die menschlichen Masken am besten bröckeln. So konnte man sich auch bei seinem neuesten Stück „Carmen – die Würde des Menschen ist ein Scheißdreck“ ungefähr gewisse Grundvoraussetzungen ausmalen.

An diesem Samstag durften wir dem Ganzen im Berliner BKA-Theater beiwohnen und hatten einen runden Abend, der sich dank Matthias Egersdörfer und ein paar Gläschen an der Bar durchaus verlängerte. So, und nun wollt ihr, wie so oft, von mir hören, aus welchen Parts sich das Stück zusammensetzt… Wollt ihr das wirklich wissen oder ist dies einfach nur der typische kulturjournalistische Ablauf, der von so manch einem Schreiberling für informativ gehalten wird?

Wer möchte, stelle sich also an dieser Stelle adjektiv- und fremdwortreiche Beschreibungen vom Herrn Egersdörfer, dessen Klamotten, dessen Mimik und Gestik und dessen Ausdrucksweise vor, während er auf die Bühne kommt. Es folgen Auszüge aus der Pressemitteilung… Am Ende bleibt jedoch ein Eindruck, der eindrücklicher nicht sein könnte: Egersdörfer versteht es wie immer aufs Vortrefflichste das Arschloch im Menschen zu zeigen und hat dabei bei so manch einem Zuschauer und auch Kritiker für betretenes Schweigen gesorgt.

In dem Stück scheucht er als beschränkter und extrem herrischer Grantler seine Freundin Carmen (Claudia Schulze) und seinen schwulen Nachbarn René Eichhorn (Andy M. Müller) über die Bühne und lässt dabei bewusst kein Klischee aus. Es ist das typische Bild von einem chauvinistischen Macho, der ein kleines Hascherl an seiner Seite hat, das nichts gegen die männliche Dominanz zu tun wagt. Als bewusster Kontrapunkt kommt noch der homosexuelle Nachbar zum Tragen, der ebenso viel Angriffsfläche bietet wie er an manchen Stellen für Schwung sorgt. Leider wirkt „Carmen“ dramaturgisch noch nicht ganz rund, aber das kann ja, wie bei vielen Programmen, im Laufe der Zeit noch werden… Am Ende solltet ihr euch „Carmen“ am besten selbst ansehen und eure eigenen Eindrücke gewinnen. Unseren Segen habt ihr! 😉 Als kleinen Zusatz, gibt es hier ein lesenswertes Interview mit Egers zu „Carmen“…

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