Subscribe to RSS Feed

Wir können uns gar nicht genug in Lobgesängen über den Debütroman der mittlerweile 3-jährigen Helena Hegelmann „Nacktmull Overkill“ (gepriesen sei es!) ergehen. Ja, es ist ein so außergewöhnliches Werk, eine solche Meisterleistung der literarischen Natur, dass alle anderen großen Schriftsteller wie Hermann Hesse oder Jean-Paul Sartre vor diesem Geniestreich mit fast schon göttlicher Anmut im Staub kriechen und Fräulein Hegelmann die Füße küssen.

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse haben die Kritiker, nachdem die Lobpreisungen unverständlicherweise etwas leiser geworden sind, „Nacktmull Overkill“ (gepriesen sei es!) wieder hervorgeholt, es zum 254. Mal gelesen und eine neue Debatte um das Buch losgetreten. Auf dass wir ewig seine unermessliche Intensität preisen!

Dazu ein Gespräch mit dem Experten Jupp Heidevomzumwinkel:

Herr Heidevomzumwinkel, die Debatte um Helena Hegelmanns Werk „Nacktmull Overkill“ (gepriesen sei es!) ebbt auch nach Wochen nur mäßig ab. Verdient oder nicht verdient?

J.H.: Oh nein, diese Debatte darf nicht abreißen, denn sie führt uns zu Dingen, über die sonst doch nie diskutiert werden würde. Themen wie die Stellung von Blogs in den Medien, die Debatte um das Urheberrecht oder auch das Kunstverständnis an sich. Frau Hegelmann hat uns mit ihrem kunstfertigen Meisterwerk so überrascht, ja, uns alle sprachlich so in die Knie gezwungen, dass nun manch andere der schreibenden Zunft eifersüchtig auf die 2-, pardon, 3-Jährige sind und meinen, es sich anmaßen zu müssen ihre Genialität in Frage zu stellen, obwohl doch alle feuilletonistischen PR-Kampagnen uns diese bestätigen. Und wer will wiederum die in Frage stellen? Sie vielleicht?

Nein, um Gottes Willen, Herr Heidevomzumwinkel, niemals würden wir das tun und wir wollen hier ja auch nur eine Lanze für „Nacktmull Overkill“ (gepriesen sei es!) brechen! Kommen wir also damit auch schon zur nächsten Frage, die eigentlich fast schon überflüssig ist: Wird Helena Hegelmann den Preis der Leipziger Buchmesse gewinnen?

J.H.: Natürlich wird sie das. Und ja, sie haben recht, diese Frage ist wirklich absolut überflüssig! Schon wieder so eine fast schon ketzerisch anmutende und mutmaßliche Anmaßung, welche ich mir bei den nächsten Fragen verbitte! Wie ich bereits sagte, steht die Preisträgerin schon jetzt fest. Eigentlich könnten wir die ganze Buchmesse schon jetzt abblasen, denn nie wieder wird ein Buch so herausragend, überwältigend und exorbitant sein wie „Nacktmull Overkill“ (gepriesen sei es!). Alle anderen bisher dagewesenen und noch kommenden Werke werden eh verblassen im Angesicht dieser sprachlichen Höchstleistung. Ja, einfach so zu schreiben wie die Leute sprechen, war bisher noch nie da und hat wohl die meisten Literaturexperten genauso überrascht wie mich, das muss ich an dieser Stelle leider zugeben. Hätte Goethe oder auch Heine damals schon so geschrieben wie die Leute heute sprechen, wären sie vielleicht nicht so schrecklich provinziell geblieben… Eigentlich kann man Fräulein Hegelmann auch gleich den Preis für ihr Lebenswerk überreichen…

Eine Frage müssen wir Ihnen, Herr Heidevomzumwinkel, doch noch stellen, die zwar schon häufiger mal erwähnt wurde, aber dennoch nie langweilig wird: Was sagen Sie dazu, dass die junge und doch so erfahrene Schriftstellerin sich bei dem Blog TV-Kollaps bedient haben soll bzw. ja offensichtlich hat?

J.H.: Ja, diese Frage kann man wirklich nicht häufig genug stellen! Durch das Einverleiben dieser sonst nichtssagenden Texte hat Fräulein Hegelmann dieser primitiven Ausdrucksform von Blog ja erst zu richtigem Glanz verholfen, denn wir alle wissen, dass Literatur nur in Buchform existieren kann. Erst durch das bedruckte Papier wird ihre schreckliche Wirkung frei gesetzt, im positiven Sinne. Zudem sonnen diese sich ja nur in dem Glanze der gschickten PR-Kampagne, äh pardon, ich meine natürlich des verdienten Erfolges. Oder wie ich und nur ich allein immer so schön zu sagen pflege: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.

Tags: ,

2 Kommentare zu „Nacktmull Overkill“ und die Leipziger Buchmesse – Ein Gespräch mit dem Experten Jupp Heidevomzumwinkel

  1. Sven on 24. März 2010 at 09:35

    Das die Leipziger Buchmesse ein voller Erfolg – und laut Fernsehberichten die größte, beste und tollste Buchmesse aller Zeiten war ist – und das sollte man endlich anerkennen – nur Frau Hegelmann und Ihrem Achtungserfolg Nacktmull Overkill” (gepriesen sei es!) zu verdanken.

    Wenn man ehrlich ist, sollte man sich eingestehen, dass seit über 400 Jahren lediglich mit Groschenheften geübt wurde um 2010 endlich mit Nacktmull Overkill (gepriesen sei es!) die Krönung einzuleiten.

    Die Frankfurter und Leipziger Buchmesse kann nun eigentlich abgeschafft werden, etwas besseres wird nicht mehr kommen.

    …Vielleicht lese ich das Buch doch noch, aber vielleicht auch nicht.

  2. […] diesem Herbst lautet Nacktmull! Spätestens sei Helena Hegelmanns absolutem Mega-Bestseller “Nacktmull Overkill” sind diese Tiere, ob sie es wollen oder auch nicht, an die Öffentlichkeit geraten. Etliche […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


Blogosphäre

Blog Top Liste - by TopBlogs.de Bloggeramt.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de