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Quelle: juergen-becker-kabarettist.de

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Vielen geht es wohl ähnlich wie mir: Ich kann dieses affektierte Gerede über Kunst nicht ertragen. Ich mag es nicht, wenn Menschen sich vor ein Bild stellen und emotionslos ihr Wissen über Epochen und die möglichen Intentionen des Künstlers herunterbeten, die sich vorher in irgendeinem ach so genialen Katalog gelesen haben. Noch schlimmer finde ich, wenn man in Ausstellungen oder ins Theater geht, weil alle das machen, weil es schick ist eben mal ein wenig Kultur zu genießen…

Jürgen Becker scheint es in diesem Bereich ähnlich zu gehen und daher beglückt er uns mit seinem neuen Programm „Der Künstler ist anwesend“. Wie immer spreche ich an dieser Stelle nicht über etwas, was ich noch nicht gesehen habe. Wobei so eine ausführliche Interpretation im Vorfeld… 😉

Nein, hier also das, was Jürgen Becker selbst auf seiner Homepage über das neue Programm sagt: „Die Kleinkunst hat gegenüber der bildenden Kunst einen Nachteil: Kabarettisten kann man nicht übers Sofa hängen. Wenn man’s doch tut, passt er womöglich nicht recht zur Couchgarnitur. Dennoch kann auch Kleinkunst bildende Kunst sein: „Der Künstler ist anwesend“ ist der Titel eines Programms, das bildende Kunst und Kleinkunst genussreich vereint. Nach diesem Parforceritt durch die Kunstgeschichte wissen sie genau, was über Gotik und Romanik zum Barock mit Rubens sprichwörtlichem Fleisch dicker Frauen führte. Und warum Marcel Duchamp für die Kunst der Fluch der Keramik wurde.
Sie werden sich nie mehr auf einer Vernissage blamieren und rufen: „Die rote Skulptur finde ich am besten.“ Gefolgt von der niederschmetternden Bemerkung des Galeristen: „Das ist unser Feuerlöscher!“
Hier können Sie auf das Angenehmste ihre wenigen Wissenslücken schließen und sind am Ende selbst Künstler. Ein Bild kann man malen. Wenn es niemand erwerben möchte, hängt man es halt in die Diele.
Die Kleinkunst jedoch findet ohne Sie als Zuschauer erst gar nicht statt. Wenn keiner kommt, fällt es aus. Das Kunstwerk entsteht erst gar nicht ohne Sie. Josef Beuys forderte einst die soziale Plastik – hier entsteht sie endlich in der Fett-Ecke des rheinischen Humors.
Wenn am Ende des Abends alle beim Freibier zusammenstehen und sich das Eintrittsgeld wieder heraustrinken, heißt die lebende Skulptur „Die Künstler sind anwesend“. Oder wie die Rheinische Post titelte: „Jürgen Becker fesselt 600 Besucher“.“

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