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So, wir brechen jetzt mal das mediale Aktualitätsprinzip. 😉 Habe den neuen Satire Gipfel mit Dieter Nuhr gestern erst gesehen, daher auch heute erst mein kleines Senftöpfchen dazu. Generell mag ich es nicht über Leute herzuziehen, die sich im Laufe der Jahre auf der Bühne behauptet haben. Sie müssen ja nicht meinem Geschmack entsprechen…

Und genau dies ist der Fall bei Dieter Nuhr und Co. In meinen Augen ist er im Lauf der Zeit immer flacher geworden. Ja, er kann was! Ja, er ist sympathisch! Nur leider muss man bedenken, dass der Satire Gipfel die Nachfolgesendung vom Scheibenwischer ist und da kamen weder Mathias Richling alleine (leider!) und bei weitem Dieter Nuhr nicht ran.

Wo liegt das Problem? Nuhr hat es ja selbst in der Sendung gesagt: Für ihn dreht sich im Kabarett alles um „Empörung“. Es ist „Jammerkunst“. Bei vielen Kabarettisten mag dies ja auch sein und hier sind wir auch schon bei dem Punkt, der meiner subjektiven Ansicht nach gute von mittelmäßigen Kabarettisten unterscheidet: Die guten gehen einen Schritt über die Empörung hinaus. Sie arbeiten mit künstlerischen Mitteln, klären auf, regen zum Nachdenken an und sprechen Dinge aus, die sich „normale“ Menschen nicht trauen laut zu sagen. Die Mittelmäßigen kalauern sich durch das Programm, sind dabei vielleicht lustig, aber ihnen fehlt eben dieser Schritt.

Georg Schramm ist zum Beispiel solch ein gutes Exemplar. Bei den in meinen Augen hervorragenden Kabarettisten schwingt immer ein künstlerischer Ansatz mit. Sie machen Theater, spielen mit den Worten oder mit Musik und überführen das Publikum selbst.

Dies alles konnte auch der Scheibenwischer. Der Satire Gipfel ist davon meilenweit entfernt. Tolle Gäste wie Andreas Rebers oder Alfred Dorfer können in diesem Kontext leider alleine das Ruder auch nicht mehr herumreißen. Gut, vielleicht sollte man den Satire Gipfel endlich als eigene Sendung betrachten und nicht am Scheibenwischer messen, aber auch dann geht er einfach in der Masse der Kabarett- und Comedyprogramme unter, weil ihm das Eigene, das Überraschende, das Künstlerische fehlt.

Allgemein mit Josef Hader gesagt: „Jeden Tag treiben die Medien eine neue Sau durchs Dorf. Der schlechte Kabarettist setzt sich drauf und reitet mit und der gute steht daneben und beschreibt.“ Zum Schluss noch der Auftritt von Alfred Dorfer, der in der Sendung ein kleiner Lichtblick war:

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Ein Kommentar zu Satire Gipfel: Erste Sendung mit Dieter Nuhr

  1. gina on 31. Januar 2011 at 15:06

    Hallo Nina, du bringst die Problematik genau auf den Punkt. Der Versuch der ARD politisches Kabarett und Comedy in eine Sendung zu quetschen, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen, kann meines Erachtens nicht gutgehen. Da lob ich mir „Neues aus der Anstalt“.

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